Wie nachhaltig können ETFs sein? YouTuber Robin im Gespräch mit Tim Helm von Grüne Welt

Der YouTouber Robin, bekannt für seine Videos zur E-Mobilität, hat unseren Geschäftsführer Tim Helm gefragt, wie ETFs ethisch-ökologische Kriterien erfüllen können, welche Unterschiede es dabei gibt und wie man wirklich nachhaltige ETFs erkennt.

Sehr kurzweilig und verständlich beleuchten die beiden diese Frage.

HIER können Sie es sich ansehen.

Halbjahresbericht der Grüne Welt-Strategien

Unser Portfolio-Manager Dr. Stefan Klotz fasst die turbulente Börsensituation und wie sich die „Grüne Welt“-Strategien darin gut bewähren, zusammen:

Rückblick

Nach einem vor allem für Aktienanleger hoch erfreulichen 2021 erwies sich die erste Hälfte des Börsenjahres 2022 als eine heftige Herausforderung für alle Investoren. Der weltumspannende Aktienindex „MSCI All-Country World“ rutschte zwischen Silvester und 30. Juni um 21% ab und verzeichnete so den höchsten Rückgang seit über drei Jahrzehnten.
Zu groß war der Schock, nach der überwunden geglaubten Corona-Krise mit einem Bündel noch schwererer Probleme konfrontiert zu sein: Der Krieg in der Ukraine verteuert und verknappt nicht nur die Versorgung mit Energie und Nahrungsmitteln, sondern trägt auch zu den Unterbrechungen globaler Lieferketten bei, die hauptsächlich durch die kompromisslose Corona-Politik Chinas verursacht werden. All dies drückt sich schließlich in unglaublich hohen
Inflationsraten aus – und gegen diese gehen die internationalen Notenbanken zunehmend rigoros vor. Dieser Schwenk in der Geldpolitik sorgte dafür, dass die Anleihen nicht wie sonst oft ein Gegengewicht zu den Verlusten der Aktien bildeten, im Gegenteil: Für die globalen Anleihen wurden noch nie so heftige Verluste verzeichnet wie im zu Ende gegangenen
Halbjahr.

Anlagestrategie

Bereits im vergangenen November hatte unser Schutzschirm-System eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Kursturbulenzen angezeigt. Konsequenterweise hatten wir uns daraufhin von den Aktienbeständen in Europa und den USA getrennt. So gingen wir in dieses schwierige Jahr mit einer von 50% auf etwa 16% deutlich abgesenkten Aktienquote. Einige Tage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine sah unser System die Zeit gekommen, die US-Aktien wieder ins Depot zu nehmen und die Aktienquote so auf etwa 33% anzuheben.
Erst Mitte Juni erhielten wir das gleiche Signal für Europa und kauften auch dort auf spürbar niedrigerem Kursniveau die Aktien-ETFs zurück. Der Schutzschirm hat sich segensreich ausgewirkt: Von den Verlusten, welche die breiten Aktienmärkte erlitten haben, konnten wir etwa die Hälfte vermeiden. So kommt es, dass zwar der DAX inzwischen tiefer steht als zu Beginn des großartigen Börsenjahres 2021, aber unsere „Grüne Welt“-Aktienanlagen für den gleichen Zeitraum ein Plus verzeichnen.
Die Investitionspause in Europa und den USA nutzten wir dazu, beim Rückkauf teilweise in neue ETFs zu investieren, die einen noch etwas höheren Nachhaltigkeitsanspruch haben als ihre Vorgänger. In Europa ist dies der „UBS MSCI Europe SRI“, der insbesondere beim Ausschluss fossiler Aktivitäten noch strenger ist als vergleichbare ETFs. In den USA haben wir die Position nun auf zwei ETFs aufgeteilt, nämlich in den „Amundi MSCI USA SRI“ und in den relativ neuen, sehr ambitionierten „UBS S&P 500 ESG ELITE“. Auf diese Weise verbessern wir sowohl die Streuung als auch die Nachhaltigkeitsqualität des „Grüne Welt“-Depots weiter.
Die Anleihen-ETFs hatten, im Einklang mit der Marktentwicklung, ebenfalls mit Kursrückgängen zu kämpfen. Dies betraf vor allem den ETF auf Green Bonds, da Green Bonds meist eine längere Restlaufzeit haben und daher empfindlicher auf Zinsanstiege reagieren.
Allerdings hatten wir die Gefahr steigender Zinsen gesehen und daher ein deutliches Übergewicht auf den anderen ETF gelegt, den wir bewusst mit sehr kurzen Restlaufzeiten ausgewählt haben. Diese Struktur hat die negative Entwicklung der Anleihenmärkte auf Ihr Depot deutlich gedämpft.
Dank unseres Schutzschirmes und unserer strategischen Ausrichtung der Anleihen-ETFs konnten sich die „Grüne Welt“-Strategien deutlich besser behaupten als die Finanzmärkte generell.

Ausblick

Während wir diese Zeilen schreiben, ist die Stimmung an den globalen Finanzmärkten angesichts der Fülle an Problemen grottenschlecht. Dies muss aber keine schlechte Nachricht sein. Schlechte Stimmung heißt ja, dass die Probleme von den meisten Investoren erkannt worden sind und sich in gesunkenen Kursen niedergeschlagen haben. Daher sieht unser Schutzschirm-System die Chance auf eine zumindest vorübergehende Erholung der  Kurse.
Dennoch dürfen wir uns nichts vormachen: Die relative Sorglosigkeit an den Finanzmärkten wird so schnell nicht wiederkommen. Wir sind darauf eingestellt, ebenso entschlossen wie mit ruhiger Hand die „Grüne Welt“-Depots durch diese unruhigen Zeiten zu steuern. Die Erfahrung lehrt, dass gerade auch in schwierigen Zeiten attraktive Renditen möglich sind.
Diese Chancen wollen wir bestmöglich nutzen, ohne dabei die Risiken und die nachhaltige Wirkung der Investitionen aus dem Auge zu verlieren.

Und natürlich bleiben die „Grüne Welt“-Strategien trotz der Entscheidung des EU-Parlaments frei von Investments in Kernkraft und fossile Energien!

Interview mit einer Ikone

Es war schon etwas Besonderes für mich und hat richtig Freude gemacht, das Gespräch via Skype mit einer Ikone meiner Jugend: Dr. Bernhard Jünemann, Pionier als Moderator der Telebörse. Nun ist das Interview in der September-Ausgabe des DEKA-ETF-Newsletter erschienen. Und wir bekommen das Feedback, es sei richtig interessant geworden. Danke 🙂 … na dann, bitte HIER klicken!

Fossiles Zeitalter: Dein Scheiden macht, dass uns das Herze lacht!

Auch genug von Corona-Meldungen? Lust, mal wieder etwas Erfreuliches zu lesen? Da haben wir was: Die Grüne Welt hilft nun noch viel stärker, uns alle von fossilen Brennstoffen zu befreien. Und das kam so:

Zu Beginn des Jahres überraschte BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, mit einem Vorstoß Richtung Nachhaltigkeit. Larry Fink, Chef des Hauses, schrieb an die Unternehmen, deren Aktien BlackRock hält, und teilte ihnen mit: Man werde künftig immer stärker auf Nachhaltigkeitsaspekte achten, und man werde sich besonders von solchen Unternehmen trennen, die im Kampf gegen den Klimawandel nicht hilfreich seien.

Fast zeitgleich packte die Konzerntochter iShares, Marktführer bei ETFs, das Thema an und stellte die Palette ihrer strengsten Nachhaltigkeits-ETFs um: Von den im Nachhaltigkeitsbereich etablierten „MSCI SRI“-Indizes auf die weiter entwickelten „MSCI SRI Select Reduced Fossil Fuel Indizes“. Wie der Name schon sagt, ergänzen die neuen Aktienbarometer die alten „MSCI SRI“-Indizes um weitere Kriterien mit dem Ziel, fast alle Aktivitäten im Bereich fossiler Energien auszuschließen.

Betroffen sind Unternehmen, die einen spürbaren Teil ihrer Umsätze mit Kohle, Öl oder Gas erzielen, oder deren Erzeugung elektrischen Stroms auf diesen fossilen Energieträgern beruht. Ausgeschlossen werden auch Unternehmen, die Kohle- oder Ölsand-Reserven besitzen und diese nutzen. Die genauen Definitionen sind, wie in diesem Bereich üblich, recht komplex – wir führen sie daher für besonders Interessierte am Ende dieses Blogs auf. Konkret bewirken die Regeln insbesondere, dass wir nun in keinen der großen Ölmultis mehr vertreten sind. Aus dem europäischen ETF flogen auch die dem tankenden Autofahrer bekannten Namen von Total und OMV, die bisher wegen ihrer ESG-Bemühungen noch vertreten gewesen waren.

Wir von der Grünen Welt fühlen uns in unserer Überzeugung bestätigt: Wenn man die richtigen nachhaltigen ETFs auswählt, bekommt man strenge Nachhaltigkeit, klar und eindeutig nachvollziehbar. Genauso wichtig ist uns: Es gibt keinen Stillstand, sondern eine erfreuliche Entwicklung in die richtige, in die grüne Richtung, die wir sehr gerne begleiten: Drei der nun stark fossil-reduzierten ETFs sind derzeit Bestandteile unserer „Grüne Welt“-Portfolien. Mehr Qualität muss übrigens nicht teuer sein: Gleichzeitig mit der Umstellung wurden die Management-Kosten der ETFs um bis zu 40% gesenkt.

Passt also! Und die anderen ETF-Anbieter dürfen gerne mit ähnlichen Schritten nachziehen und den iShares herausfordern – mit viel noch besseren Ideen. Uns würde es für unsere Kunden richtig freuen.

Und, wie versprochen, noch die Details. Neu ausgeschlossen sind mit der neuen Indexfamilie jetzt zusätzlich…

  • … Unternehmen, die mehr als 5% ihres Umsatzes aus dem Abbau oder Verkauf von Kraftwerkskohle erzielen (vorher: 30%)
  • … Unternehmen, die mehr als 5% ihres Umsatzes durch Stromerzeugung aus Kraftwerkskohle erzielen
  • … Unternehmen, die Kraftwerkskohlereserven besitzen und aus deren Abbau oder Verstromung Umsätze erzielen
  • … Unternehmen, die mehr als 10% ihrer gesamten Stromerzeugung aus Kraftwerkskohle bestreiten
  • … Unternehmen, die mehr als 30% ihrer elektrischen Energie aus flüssigem Treibstoff oder Erdgas erzielen
  • … Unternehmen, die Umsätze aus der Produktion von Öl oder Gas erzielen und weniger als 40% ihres Umsatzes mit Produkten, Dienstleistungen oder Infrastrukturprojekten erzielen, welche mit der Entwicklung oder Lieferung von erneuerbaren Energien im Zusammenhang stehen
  • … Unternehmen, die mehr als 5% ihres Umsatzes aus unkonventioneller Öl- oder Gasproduktion erzielen. Dies schießt Produktion aus Ölsanden, Schieferöl, Schiefergas, Kohlenflözengas und -methan ein, ebenso wie Öl- und Gasproduktion in der Arktis, ob onshore oder offshore.
  • … Unternehmen, die mehr als 5% ihrer Umsätze mit der Ölgewinnung aus Ölsanden erzielen
  • … Unternehmen, die Ölsandreserven besitzen und mit der Gewinnung Umsätze erzielen

Unsere Zusammenstellung beruht auf den einschlägigen und derzeit aktuellen MSCI-Dokumenten.

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